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Über Doro

Am 8.November 1966 erblickte ich das Licht der Welt. Ich denke, es war ein sommerlicher Herbsttag. Es MUSS ein schöner Tag gewesen sein. Die Menschen flanierten im Park, um die letzten Sonnenstrahlen vor dem langen Winter zu genießen. Die Herren lüfteten ihre Hüte, die Damen zerknüllten ihre Kopftücher, man grüßte die Nachbarn und Bekannten, tratschte über die Neuigkeiten der vergangenen Woche. (Hinweis an die jüngeren Leser: Nein, es fuhren keine Pferdekutschen mehr auf den Straßen.)

In meinen ersten Lebensjahren war ich ziemlich beschäftigt. Ich lernte sitzen, krabbeln, sprechen, laufen und schließlich auch das Lesen.
Unbekannte Dimensionen taten sich auf, fantastische Welten, unbeschreibliche Abenteuer. Dank Astrid Lindgren schipperte ich mit „Pippi Langstrumpf” über die Meere, begleitet von einem Haufen Piraten und einem unermesslichen Goldschatz im Rumpf des Schiffes.
Spannende Abenteuer erlebte ich mit Enid Blytons Figuren Dina, Lucy, Philip, Jack und dem Papagei Kiki. Jedes Geheimnis lüftete ich mit den „5 Freunden” und wünschte mir natürlich einen Hund, den ich mit 12 Jahren auch bekam. Die Bücher sind verschwunden, aber ein Vierbeiner begleitet mich auch heute noch in meinem Leben.

Während meiner weiteren Schullaufbahn verlernte ich das Lesen. Jeder Text, jedes Buch, jedes Gedicht wurde im Unterricht in die kleinsten Bestandteile zerpflückt, bis nur ein Haufen zerfledderter Buchstaben zurückblieb. Der Genuss blieb auf der Strecke.

Nach der Abiturfeier drängte sich mir die Frage auf: Was nun? Spontan beschloss ich, eine der unzähligen Weltverbesserinnen unseres Planeten zu werden. Ein Jurastudium musste her. Leider verschanzte es sich hinter einem für mich unerreichbaren Numerus Clausus und machte meine Pläne zunichte.

Während meines Studiums im Fachbereich Sozialwesen kehrte meine lang vermisste Lesefreude zurück. Mit Stephen King machte ich einen großen Bogen um jeden Bernhardiner, beäugte Katzen, die besonders kuschelig aussahen, misstrauisch, verweigerte Hotelbesuche im Winter und mied gluckernde Gullys und Zirkusclowns. Dank John Grisham schnupperte ich in die Welt der  Anwaltskanzleien hinein und stellte fest, dass mir dieses Leben sowieso zu gefährlich gewesen wäre.

Mit dem Diplom zur Sozialarbeiterin in der Tasche lernte ich meinen späteren Mann kennen. Schnell waren wir uns darüber einig, dass wir die Welt um ein paar Babys bereichern wollten. Wir brachten drei großartige Kinder zustande um die ich mich immer noch gerne kümmere. Während die Kinder heranwuchsen lebte ich mit „Jim Knopf”, „der unendlichen Geschichte” und „Momo” von Michael Ende. Mit „Harry Potter” von JK Rowling reisten wir nach Hogwarts und zitterten uns durch die Abenteuer von Harry, Ron und Hermine. „Bartholomäus” von Jonathan Stroud und „Tintenherz” von Cornelia Funke begleiteten uns ebenso in den Jahren.

Gerade mal 42 Jahre nach meiner Geburt begann ich im November selbst zu schreiben. Es muss ein schöner Tag gewesen sein. Ich weiß nicht, ob es einer bemerkt hat. Ich denke, die Menschen rannten durch den Park, starrten auf ihre Smartphones und kommunizierten in sozialen Netzwerken miteinander (Hinweis an die jüngeren Leser: Ihr kennt das.)
24 Geschichten schrieb ich für meine Kinder, um ihnen die Adventszeit zu versüssen. Das Vorlesen ging weit über den Dezember hinaus, so saßen wir auch im August schwitzend beisammen und sie lauschten mit großen Augen von ihren Abenteuern im Schnee, mit dem Christkind, den Rentieren und Elfen.

Die Kinder wurden selbstständig, die Hausarbeit war eintönig, aber ich tauchte lachend ein in die Scheibenwelt von Terry Pratchett. Ich hüpfte durch die unsichtbare Universität, besuchte Oma Wetterwachs in ihrer Hütte und tanzte mit Nanny Ogg auf den Tischen.

Und ich schrieb. Ich wollte schreiben, ich musste schreiben. Seit einigen Jahren brodelte eine Geschichte in mir, die keine Sekunde länger warten konnte. Sie basiert auf einem Satz meiner Oma, den sie sprach, als sie ein Zimmer im Altenheim bezog.
„Das war´s dann. Endstation!”
Ein Satz, der mich damals sehr traurig machte und auch heute noch bewegt. Ein Satz, der immer bedrohlicher wird, je älter ich werde. (Hinweis an die älteren Leser: Ihr versteht das!)

Eine Reihe von Kurzgeschichten folgten und im Sommer 2010 suchte ich Gleichgesinnte und wurde Mitglied der Kempener Schreibwerkstatt.

Im Herbst 2013 gewann meine Kurzgeschichte „Verdammt zum Schweigen” den 2.Platz beim Kempener Literaturwettbewerb in der Kategorie: Prosa Erwachsene.

Im Herbst 2015 belegte ich mit der Geschichte “Lauf Melly” den 1. Platz im Kempener Literaturwettbewerb.

Ich hoffe, dass einigen von Euch meine Geschichten gefallen. Für Fragen, Anregungen oder Kritik nutzt gerne das Kontaktformular.

Ich freue mich auf Euch!

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